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1. Was ist orthomolekulare Medizin? 2. Was sind Mikronährstoffe bzw. körpereigene Substanzen? 3. Orthomolekulare Prävention und Therapie 4. Welcher Unterschied besteht zwischen Medikamenten & Nährstoffen? 5. Warum orthomolekulare Medizin? 6. Mikronährstoffbedarf ist individuell |
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1. Was ist orthomolekulare Medizin? |
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Den ersten Baustein zu dieser Therapieform hat bereits der berühmte griechische Arzt Hippokrates gelegt. Sein Grundsatz ‚Deine Nahrung soll deine Medizin sein.’ wurde in den sechziger Jahren durch die Arbeit der Pioniere der Biochemie geprägt, allen voran von Professor Linus Pauling, zweifacher Nobelpreisträger. Professor Pauling entwickelte ein neues, auf optimaler Ernährung aufbauendes Verfahren zur Vorbeugung und Behandlung verschiedener Erkrankungen. Er gab ihr den Namen orthomolekulare Medizin (griechisch orthós ορθός = richtig; lateinisch molekula = Baustein) und formulierte ihre Definition auf sehr elegante Art und Weise: „Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung der Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.“ Er erkannte, dass viele chronische Erkrankungen dann entstehen, wenn durch Mängel an Mikronährstoffen die Biochemie (= Stoffwechselreaktionen) des Körpers ins Ungleichgewicht gerät. Ein Ausgleich der fehlenden Mikronährstoffe stellt ein wirksames Therapieverfahren dar, das bereits durch viele Studien belegt wurde. |
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2. Was sind Mikronährstoffe bzw. körpereigene Substanzen? |
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Zu den körpereigenen Stoffen gehören in erster Linie essenzielle Nährstoffe: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren und essenzielle Fettsäuren, welche zur Lebenserhaltung unbedingt notwendig sind. Mikronährstoffe fungieren als Botenstoffe, Bausteine und Enzyme bzw. Koenzyme (= biologische Beschleuniger) bei einer Unzahl von komplexen chemischen Reaktionen in den Millionen von Zellen in unserem Körper. Von ihnen hängt ein reibungsloses Stoffwechsel und Funktion jeder einzelnen Zelle ab. Alle Mikronährstoffe werden im Körper laufend verbraucht und viele von ihnen können nicht gespeichert und gelagert werden, sie müssen daher stets ersetzt werden. Eine unregelmäßige Zufuhr schwächt die Zellen und bewirkt, dass gewisse Stoffwechselreaktionen nur auf Sparflamme und manche sogar gar nicht laufen können. Eine länger bestehende Minderversorgung führt dann am Ende zum Aussetzen mancher Reaktionen in einer Vielzahl von Zellen und Beeinträchtigung der Organfunktion mit ersten Krankheitszeichen. |
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3. Orthomolekulare Prävention und Therapie |
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Durch präventiven Einsatz von körpereigenen Substanzen (= Mikronährstoffen, Vitalstoffen) kann vielen Krankheitsprozessen vorgebeugt werden. Bestehende Krankheiten können durch die therapeutische Dosierung verlangsamt, gemildert oder sogar gestoppt werden. Generell wird ein subklinischer Mangel mit Zellschwäche und Stoffwechselstörungen verbunden sein. Dagegen ein deutlicher Mangel wird bereits mit klinischen Symptomen und anatomischen Gewebs- und Organveränderungen einhergehen. Die Wirkung manche Mikronährstoffe hängt von der Dosierung ab. Neue Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass bestimmte Nährstoffe in hohen Dosen (mehr, als aus normaler Ernährung bezogen werden kann) neue heilsame Wirkungen entfalten können – Wirkungen, die bei kleineren Dosen nicht in Erscheinung treten können. Ein gutes Beispiel hierfür ist Niacin (Vitamin B3): in niedrigen Dosen spielt eine wichtige Rolle für die Energiegewinnung in Zellen, erst hoch dosiert entfaltet er seinen Cholesterinsenkenden Effekt. |
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4. Welcher Unterschied besteht zwischen Medikamenten und Nährstoffen? |
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Was sind körperfremde und körpereigene Arzneimittel? |
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Arzneimittel können grundsätzlich in zwei Gruppen unterschieden werden. Die eine Gruppe sind Substanzen, welche unserem Körper fremd sind, in der natürlichen Nahrung nicht vorkommen und sich bei der Behandlung von Krankheiten als günstig erwiesen haben. Sie werden ‚körperfremde’ Arzneimittel genannt. Zum zweiten Typ gehören Nährstoffe, die in unserem Körper und in unserer natürlichen Nahrung vorkommen und in höheren Dosen eine heilende Wirkung entfalten. Sie werden als ‚körpereigene’ Arzneimittel bezeichnet. |
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Vorteile von Nährstoffen gegenüber von ‚körperfremden’ Medikamenten |
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Generell sind die Nährstoffe in Ihrer Wirkung im Gegensatz zu der von ‚körperfremden’ Medikamenten langsamer, schrittweise, langfristig gesehen jedoch wirksamer. Sie sind in der Regel nebenwirkungsfrei und eine Verzehnfachung der Dosis wird meistens gut vertragen. Obwohl manche davon Probleme verursachen können, wenn sie unkritisch in unphysiologischen Mengen verabreicht werden. |
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Was ist der Unterschied zwischen einer Symptombekämpfung und Heilbehandlung? |
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Der arteriellen Hypertonie (= Bluthochdruck) liegt ein Verlust der Gefäßwandelastizität aufgrund von arteriosklerotischen Gefäßveränderungen (= Gefäßverkalkung) zugrunde. Eine blutdrucksenkende Therapie mit einem oder mehreren künstlichen ‚körperfremden’ Medikamenten wird zwar über Beeinflussung verschiedener andere Parameter und Funktionen - z.B. durch Verlangsamung der Herzaktion, durch Gefäßerweiterung in der Peripherie und Ähnliches - zur Normalisierung der Blutdruckwerte beitragen. Diese Therapie bekämpft allerdings nur die Symptome (= hohen Blutdruck). Die Ursache, sprich die Gefäßverkalkung und das Fortschreiten derselben, wird dadurch nicht beseitigt. Die orthomolekulare Medizin sucht dagegen nach ‚körpereigenen’ Arzneimitteln, welche durch die positive Beeinflussung von körpereigenen Funktionen auf Stoffwechselebene die Ursachen beheben können. Zum Beispiel bieten die antioxidativen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente einen Schutz gegen die oxidative Wirkung von freien Radikalen. Sie wirken somit der Oxidation der Fette (Cholesterin) und der Entstehung von arteriosklerotischen Gefäßveränderungen entgegen. |
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5. Warum orthomolekulare Medizin? |
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Die jährlichen Kosten für die Behandlung von Nebenwirkungen von Medikamenten werden in Europa und den USA werden auf über zwei Milliarden Dollar geschätzt! Darüber hinaus soll die Betreuung solcher Patienten nicht weniger als 20% aller Klinikpflegetage beanspruchen. Im Jahre 1997 berichtete das Journal of the American Medical Association, dass in Europa und in den USA über 140.000 Menschen aufgrund von Medikamenten-Nebenwirkungen sterben. Regelmäßig werden Menschen ins Krankenhaus gebracht, die aufgrund von chronischen Einnahmen von Aspirin und Mitteln gegen Arthritis und rheumatischen Beschwerden unter blutenden Magengeschwüren leiden oder bei denen Medikamente gegen Herzkrankheiten Herzrhythmusstörungen hervorgerufen haben. Hier handelt es sich um ein bedeutendes Gesundheitsproblem, das die ganze Bevölkerung betrifft. Der Vorteil von hochwirksamen klassischen Medikamenten liegt zweifellos in der schnellen Hilfe im akut Fall. Aber regelmäßige Einnahme von vielen Medikamenten kann durch Medikamenteninteraktionen schwerwiegende Nebenwirkungen nach sich ziehen, welche die Gesundheit auch beeinträchtigen können. Als Beispiel können wir einen Rheumatiker nennen, der durch regelmäßige Einnahme von Antirheumamittel einen Ungleichgewicht im Antioxidantien– und Prostaglandinhaushalt erleidet. Oder einen Asthmatiker, welchen Kortisonpräparate kurzfristig helfen, aber langfristig die Ursache seiner Krankheit, nämlich ein überschießend reagierendes Immunsystem, noch weiter verschlimmern. Die Behandlung mit orthomolekularen Präparaten kann langfristig durch den Ausgleich von Mängeln und Ungleichgewicht in Stoffwechselprozessen den Einsatz der klassischen Medikamente bedeutend reduzieren oder ihre Nebenwirkungen zumindest kompensieren. |
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6. Mikronährstoffbedarf ist individuell |
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Der Umstand, welche Stoffwechselreaktionen im Körper stärker und welche schwächer laufen, wird durch die erbliche Veranlagung – die Erbsubstanz in unseren Zellen - schon im vor hinein bestimmt. Das macht uns einerseits einzigartig, andererseits wird dadurch die individuelle Versorgung mit Mikronährstoffen nicht leichter und nicht universell. Weiteren Einfluss auf den Mikronährstoffverbrauch können folgende Faktoren ausüben: Aktivität und sportliche Betätigung, Alkoholkonsum, Rauchen, Alter, Schwangerschaft, Stress, Ernährungsgewohnheiten (z.B. Fett– und Fleischverzehr, Konsum von rein vegetarischer Kost, Kaffe- oder Teekonsum etc.), Geschlecht, Umweltverschmutzung, Krankheiten, Operationen, Medikamenteneinnahme, Resorptionsprobleme aus dem Darm, Schwermetall– und Pestizidbelastungen und andere Faktoren. Um eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen zu erzielen, müssen alle individuellen Umstände bei der Einstellung mit orthomolekularen Präparaten berücksichtigt werden. |
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7. Möglichkeiten und Grenzen der orthomolekularen Medizin |
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Unsere Erfahrungen zeigen, dass kleine Stoffwechselstörungen und kleine „Wehwehchen“ an die Verwendung von orthomolekularen Präparaten besser ansprechen. Bei konsequenten Einsatz, Überwachung der Therapie kann man erfolgreich die Entstehung von damit verbundenen Krankheiten verhindern bzw. sehr stark verlangsamen, die beginnenden Schäden reduzieren oder sogar rückgängig machen. Bei bereits länger bestehenden Krankheitsbildern können die Veränderungen im Gewebe können von kleinen ‚Kratzern’ bis zu ‚tiefen Verletzungen mit Narbenbildung’ reichen. Die Funktionsbeeinträchtigung hängt vom Ausmaß der Gewebsschädigung. Eine Gewebsnarbe kann man mit einer Hautnarbe vergleichen: eine Hautnarbe ist zwar ein Ausdruck einer Reparatur der Haut nach einer tiefen Verletzung - sie ist jedoch definitiv und kann bekannter Weise nicht mehr beseitigt werden. Im Bereich einer Narbe sind die Hauptfunktionen (wie Elastizität, Atmung) der Haut gestört, und wenn mehr als 2/3 der Haut narbig umgewandelt sind kann der Mensch nicht mehr überleben. Und je nach Ausprägung und Ausmaß der Gewebsverletzung in verschiedenen Organen sind auch hier die Funktionen mehr oder weniger gestört und im Bereich einer Narbe können sich nicht mehr erholen. In solchen Fällen kann man durch eine sinnvolle Kombination von Schulmedizin und Orthomolekularmedizin zwar bessere therapeutische Ergebnisse erzielen als mit der einen oder der anderen Therapie alleine, aber gewisse Veränderungen im Gewebe können nicht mehr rückgängig gemacht werden und die Funktion kann somit nicht mehr voll wiederhergestellt werden. Bei chronischen und weit fortgeschrittenen Krankheitsprozessen kann man oft durch den Einsatz der orthomolekular Präparate die Symptome lindern und den Schaden begrenzen. Hier können die orthomolekularen Präparate als Unterstützung der medikamentösen Therapie und für besseres Wohlbefinden eingesetzt werden. |
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8. Mikronährstoffstatus-Kontrolle in unserer Praxis |
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Um den Nährstoffzustand und seine Veränderungen im Körper besser kontrollieren zu können, werden auch Blutabnahmen bei uns vor Ort durchgeführt und ins Labor eingeschickt. Die Kosten für die Blutuntersuchungen werden derzeit groß teils durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen (das Labor verrechnet direkt mit der Krankenkasse), aber ein Teil der notwendigen Parameter muss man selber bezahlen (man bekommt dann vom Labor eine Rechnung zugeschickt). Die Kosten dafür können zum Teil von einer Zusatzversicherung übernommen werden, aber es ist damit zu rechnen, dass ein Teil davon nicht bezahlt wird. Die Kosten für individuelle Beratung können von einer Zusatzversicherung übernommen werden. Die individuelle Einstellung erfolgt dann anhand der Laborergebnisse. Die Ersteinstellung ist oft nur der Beginn einer erfolgreichen Mikronährstoffbehandlung, weil nicht alle Zustände können bei der ersten Blutuntersuchung entdeckt und diagnostiziert werden. In der Regel werden in 2-3 Monaten die pathologischen Parameter und die Einstellung durch neuerliche Blutuntersuchung kontrolliert und im Bedarfsfall um weitere Parameter erweitert. In schweren komplizierten Fällen muss mit mehreren Nachkontrollen gerechnet werden. Nach einer zufriedenstellenden Einstellung und Besserung des Allgemeinzustandes wird zur Erhaltung des erreichten Gesundheitszustandes erstens regelmäßige, konsequente Fortsetzung der Therapie, sowie zumindest 1x jährlich eine Blutkontrolle mit Therapieoptimierung empfohlen. Insbesondere ist zu beachten, dass nach Absetzen der Mikronährstofftherapie eine neuerliche Zustandsverschlechterung bis kompletter Rückfall früher oder später zu erwarten wäre. Weil erstens der individuelle Mikronährstoffverbrauch mit dem Alter steigt und zweitens durch eine ‚Kur‘ lassen sich die Mikronährstoffmängel meistens auf die Dauer nicht beseitigen. Sie entstehen früher oder später wieder. Home Leistungen Kontakt Nach oben weitere Links (für den Inhalt dieser Webseiten wird keine Verantwortung übernommen): Portal zu Gesundheit, Medizin und Lifestyle atelier reichel - wien
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